Malteser – Charakter, Erziehung & Steckbrief

Der Malteser gehört zu den ältesten Begleithunderassen der Welt. Schon in der Antike lebte er an Adelshöfen im Mittelmeerraum. Trotz seiner geringen Größe bringt er eine überraschend robuste Persönlichkeit mit – mutig, verspielt und mit einem starken Bezug zu seinen Menschen.

Charakter und Wesen

Malteser sind ausgesprochen menschenbezogen und bauen eine enge Bindung zu ihrer Bezugsperson auf. Das zeichnet sie aus:

  • Anhänglichkeit: Ein Malteser will immer in Deiner Nähe sein – er ist kein Hund, der sich in eine Ecke zurückzieht
  • Verspieltheit: Trotz seiner Größe hat der Malteser erstaunlich viel Energie und liebt kurze, abwechslungsreiche Spieleinheiten
  • Wachsamkeit: Malteser schlagen zuverlässig an, wenn jemand an der Tür klingelt – das kann ohne Training zum Problem werden
  • Sanftmut: Im Umgang mit Menschen zeigen sie sich sanft und geduldig, was sie auch für ältere Halter attraktiv macht

Erziehung

Der Malteser ist intelligent und kooperativ, kann aber eigensinnig sein. Eine konsequente Erziehung von Anfang an verhindert typische Kleinhund-Probleme.

Frühe Sozialisierung

Malteser brauchen genauso viel Sozialisierung wie große Hunde. Gewöhne Deinen Welpen an verschiedene Menschen, Hunde, Geräusche und Orte. Ohne frühe Sozialisierung neigen Malteser zu übermäßigem Bellen und Unsicherheit.

Training

Positive Verstärkung funktioniert am besten – Leckerlis und Lob motivieren den Malteser zuverlässig. Halte Trainingseinheiten kurz (5–10 Minuten), dafür mehrmals täglich. Grundkommandos wie Sitz, Platz und ein ruhiges Begrüßungsverhalten sollten Priorität haben.

Typische Herausforderungen

  • Übermäßiges Bellen: Ohne Grenzen wird der Malteser zum Kläffer. Trainiere ein „Ruhe”-Kommando frühzeitig
  • Stubenreinheit: Bei kleinen Rassen dauert das Training oft länger. Bleib konsequent und geduldig
  • Ressourcenverteidigung: Manche Malteser verteidigen ihr Spielzeug oder ihren Schlafplatz. Tauschspiele helfen, dieses Verhalten gar nicht erst entstehen zu lassen

Gesundheit

Malteser gelten als langlebig, haben aber einige rassespezifische Schwachstellen:

  • Zahnprobleme: Durch den kleinen Kiefer neigen Malteser stark zu Zahnstein und Parodontitis – tägliches Zähneputzen ist empfehlenswert
  • Patellaluxation: Die Kniescheibe kann verrutschen und Schmerzen verursachen. Vermeide übermäßiges Springen von Möbeln
  • Tränenflecken: Die typischen bräunlichen Verfärbungen unter den Augen sind meist kosmetisch, sollten aber regelmäßig gereinigt werden
  • Unterzuckerung: Besonders bei Welpen und sehr kleinen Exemplaren – auf regelmäßige Fütterung achten

Für wen eignet sich der Malteser?

Der Malteser ist ideal für Einzelpersonen, Paare und ältere Menschen, die einen anhänglichen Begleiter suchen. Er kommt gut in Stadtwohnungen zurecht und braucht keine langen Wanderungen – tägliche Spaziergänge und Spieleinheiten reichen aus. Voraussetzung ist die Bereitschaft zur täglichen Fellpflege und die Möglichkeit, den Hund nicht regelmäßig lange allein zu lassen.

Häufige Fragen

Ist der Malteser für Allergiker geeignet?

Malteser haaren kaum und produzieren wenig Hautschuppen, weshalb sie oft besser vertragen werden. Trotzdem gibt es keine Garantie – verbringe vor der Anschaffung Zeit mit einem Malteser, um Deine individuelle Reaktion zu testen.

Kann ein Malteser alleine bleiben?

Nur für kurze Zeit. Malteser sind extrem menschenbezogen und können bei regelmäßigem Alleinsein Trennungsangst entwickeln. Gewöhne Deinen Hund schrittweise an kurze Abwesenheiten.

Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Hoch. Das seidige Fell muss täglich gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Alle 2–3 Wochen sollte gebadet werden. Viele Halter lassen das Fell kurz scheren, um den Pflegeaufwand zu reduzieren.