Yorkshire Terrier – Charakter, Erziehung & Steckbrief

Der Yorkshire Terrier wurde im 19. Jahrhundert in den Textilfabriken Nordenglands als Rattenfänger gezüchtet – heute ist er einer der beliebtesten Begleithunde weltweit. Trotz seiner geringen Größe bringt er ein ausgeprägtes Terrier-Temperament mit: mutig, eigenständig und überraschend durchsetzungsfähig.

Charakter und Wesen

Yorkies sind echte Persönlichkeitshunde. Sie binden sich eng an ihre Bezugsperson und fordern aktiv Aufmerksamkeit ein. Typische Wesenszüge:

  • Selbstbewusstsein: Yorkies treten auf, als wüssten sie nicht, wie klein sie sind. Sie scheuen weder große Hunde noch fremde Situationen
  • Wachsamkeit: Jedes Geräusch wird registriert und kommentiert – das macht sie zu aufmerksamen, aber teils bellfreudigen Mitbewohnern
  • Anhänglichkeit: Sie suchen körperliche Nähe und können bei zu langer Abwesenheit Trennungsangst entwickeln
  • Spielfreude: Trotz ihrer Größe sind Yorkies ausdauernd und spielfreudig – Apportier- und Suchspiele liegen ihnen

Erziehung

Die größte Herausforderung bei der Yorkie-Erziehung: Viele Halter nehmen den kleinen Hund nicht ernst genug. Das rächt sich.

Konsequenz von Anfang an

Ein Yorkshire Terrier testet Grenzen genauso wie jeder Schäferhund. Lass ihn nicht auf die Couch springen, wenn Du das langfristig nicht willst, und trage ihn nicht ständig – er ist ein Hund, kein Accessoire. Positive Verstärkung funktioniert am besten: Leckerlis und Lob statt Strenge.

Typische Baustellen

  • Bellen an der Tür: Übe ein Abbruchsignal wie „Schluss” und belohne ruhiges Verhalten konsequent
  • Stubenreinheit: Durch die kleine Blase brauchen Yorkie-Welpen häufigere Gassirunden als große Rassen – plane anfangs alle 1–2 Stunden ein
  • Leinenführigkeit: Viele Yorkies ziehen oder springen an der Leine. Starte das Training früh, damit sich keine schlechten Gewohnheiten einschleifen
  • Sozialisation: Gewöhne Deinen Yorkie an andere Hunde aller Größen. Ohne Sozialisation neigen sie dazu, größere Hunde anzupöbeln

Gesundheit

Yorkshire Terrier sind robust für ihre Größe, aber anfällig für einige rassetypische Probleme:

  • Patellaluxation: Die Kniescheibe springt aus der Führung – häufigste orthopädische Erkrankung bei Yorkies. Achte auf plötzliches Hüpfen auf drei Beinen
  • Zahnprobleme: Der kleine Kiefer bietet wenig Platz, sodass sich Zahnstein und Fehlstellungen schnell entwickeln. Regelmäßige Zahnpflege ist Pflicht
  • Trachealkollaps: Die Luftröhre kann bei kleinen Rassen instabil werden. Nutze ein Geschirr statt Halsband, um den Hals zu entlasten
  • Hypoglykämie: Besonders Welpen und sehr kleine Yorkies können einen Unterzucker erleiden. Regelmäßige, kleine Mahlzeiten beugen vor
  • Augenerkrankungen: Katarakt und trockene Augen kommen gehäuft vor – lass die Augen bei der jährlichen Vorsorge prüfen

Für wen eignet sich der Yorkshire Terrier?

Der Yorkshire Terrier passt zu Menschen, die einen lebhaften, charakterstarken Begleiter suchen – und bereit sind, einen kleinen Hund genauso konsequent zu erziehen wie einen großen. Er eignet sich gut für Wohnungen und Stadtwohnungen, braucht aber trotzdem tägliche Spaziergänge (30–60 Minuten) und geistige Beschäftigung. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist er wegen seiner zierlichen Statur nur bedingt geeignet. Ideal ist er für Singles, Paare oder ältere Menschen, die einen kompakten, aber charakterstarken Hund an ihrer Seite wollen.

Häufige Fragen

Bellen Yorkshire Terrier viel?

Yorkies neigen zum Bellen – sie reagieren schnell auf Geräusche und Besucher. Frühzeitiges Training und ein konsequentes Abbruchsignal helfen, übermäßiges Bellen zu kontrollieren.

Ist der Yorkshire Terrier für Anfänger geeignet?

Grundsätzlich ja. Yorkies sind intelligent und lernwillig. Allerdings brauchen sie konsequente Erziehung, weil sie sonst versuchen, die Führung zu übernehmen.

Haart der Yorkshire Terrier stark?

Nein. Das seidige Fell ähnelt strukturell menschlichem Haar und unterliegt keinem saisonalen Fellwechsel. Dafür muss es regelmäßig gebürstet und alle 6–8 Wochen geschoren werden.